Schnarchen und Atemaussetzer schränken die Lebensqualität massiv
Schnarchen wird oft als lästiges, aber harmloses Phänomen abgetan. Doch für Millionen von Betroffenen und deren Partner ist es das hörbare Warnsignal für eine ernstzunehmende Erkrankung: die obstruktive Schlafapnoe (OSAS). Wenn der Atem im Schlaf stockt, leidet nicht nur die Erholung, sondern der gesamte Organismus. Folge kann eine drastische Verkürzung der Lebenserwartung sein.
Zum Glück hat die Medizin in den letzten Jahren Behandlungsmöglichkeiten hervorgebracht, die weit über die klassische Atemmaske hinausgehen. Moderne chirurgische Verfahren bieten die Möglichkeit, eine funktionelle Heilung mit ästhetischer Harmonisierung zu verbinden. In diesem Beitrag erfahren Sie alles über die modernen Methoden einer hochspezialisierten Schlafapnoe-Operation mittels Counterclockwise-Rotation-Advancement.
Kieferfehlstellungen sind häufig die Ursache für Schnarchen und Atemaussetzer
Der Begriff Apnoe stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „Nicht-Atmung“. Beim obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom kommt es während des Schlafs zu wiederholten Verschlüssen der oberen Atemwege. Die Ursache liegt meist in der Anatomie der Betroffenen.
Der Körper registriert den Sauerstoffmangel und reagiert mit einer massiven Stressantwort. Es kommt zu einer sogenannten Arousal-Reaktion. Das ist eine Weckreaktion, die den Schlafenden meist nicht vollständig aufwachen lässt, aber den lebenswichtigen Tiefschlaf unterbricht. Nur so kann der Körper die Muskelspannung wiederherstellen und die Atemwege öffnen. Dies geschieht oft unter lautem, explosionsartigem Schnarchen.
Die Erkrankung ist durch eine Reihe verschiedener Symptome gekennzeichnet, die einander gegenseitig verstärken können:
Häufig werden anatomische Fehlstellungen eindeutig als Ursache für das Schlafapnoe-Syndrom erkannt:
Auch bei unauffälliger Anatomie gibt es oft Gründe, eine Operation zu erwägen. Das gilt ebenso für Patienten, die unter starkem Schnarchen leiden, aber noch keine Apnoe entwickelt haben. Viele Betroffene kommen zum Beispiel mit konservativen Behandlungsmethoden wie einer Überdruckbeatmungstherapie per Schlafmaske (CPAP) ebenso wenig zurecht wie mit nächtlich zu tragenden Protrusionsschienen. Weichteiloperationen wie die Straffung des Gaumensegels zeigen aber meist nur bedingte Erfolge. Im Gegensatz dazu gilt die Vorverlagerung der Kiefer als hocheffektive Therapie, die an der Wurzel des Problems ansetzt.
Die modernste und effektivste Form der Schlafapnoe-Operation ist das sogenannte bimaxilläre Advancement mit einer Rotation gegen den Uhrzeigersinn (Counterclockwise-Rotation). Bei diesem Verfahren geht der Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurg folgendermaßen vor:
Eine reine Vorverlagerung (Advancement) zieht nur die Zunge nach vorne. Die zusätzliche Rotation jedoch bewirkt eine dreidimensionale Erweiterung der Atemwege. Der Rachenraum wird nicht nur in der vertikalen, sondern auch in der horizontalen Ebene massiv geöffnet. Ein Raumgewinn von 20 mm oder mehr ist möglich. Das strafft die gesamte Muskulatur der oberen Atemwege so effektiv, dass ein Kollaps im Schlaf physikalisch nahezu unmöglich wird.
Die erste Stufe der Therapie besteht oft aus konservativen, also nichtoperativen Maßnahmen. Diese können die Symptome lindern, setzen aber kaum an der anatomischen Ursache an.
Nachteile und Grenzen der CPAP-Therapie: Es handelt sich um eine reine Symptombehandlung, die die Schlafapnoe nicht heilt. Sobald die Maske abgesetzt wird, kehren die Aussetzer zurück. Zudem ist die Akzeptanz (Compliance) problematisch. Viele Patienten fühlen sich durch die Maske, den Schlauch und das Geräusch massiv gestört. Studien zeigen, dass die langfristige Nutzungsrate bei nur etwa 60 % liegt. Fast jeder zweite Patient bricht die Therapie früher oder später ab und bleibt unversorgt.
Im Gegensatz zur CPAP-Maske für nächtliche Überdruckbeatmung und anderen Behandlungsmethoden löst die OP das Schlafapnoe-Problem dauerhaft. Studien belegen eine Besserung des AHI-Werts (Anzahl der nächtlichen Atemaussetzer) um durchschnittlich 86 %. Patienten berichten oft, dass sie sich „wie ein neuer Mensch“ fühlen.
Die Atemaussetzer können sich hunderte Male pro Nacht wiederholen. Das Resultat ist ein ständig unterbrochener Schlaf ohne Erholungswert. Doch die Gefahren gehen weit über ständige Müdigkeit hinaus. Statistiken belegen die Schwere der Erkrankung mit ihren Risiken:
Trotz dieser alarmierenden Fakten bleiben schätzungsweise 80 % der OSAS-Erkrankungen ärztlich undiagnostiziert. Allein in Deutschland dürften etwa 26 Millionen Menschen unter dem Syndrom leiden. Männer sind mit 35 % häufiger betroffen als Frauen mit 20 %.
Häufig ergibt sich bei Schlafapnoe eine Art Teufelskreis aus sich gegenseitig bedingenden und verstärkenden Symptomen. So lässt die Tagesmüdigkeit, die aus ständigem nächtlichem Aufwachen resultiert, die körperliche Leistungsfähigkeit sinken. Betroffene verzichten zunehmend auf Sport und Bewegung, auf Energielöcher reagieren sie mit Fast Food und Snacks. Die Gewichtszunahme, die sich so ergibt, verstärkt wiederum die nächtlichen Atemprobleme. Bei stetiger Verschlimmerung kann am Ende kann je nach Tätigkeit sogar eine Berufsunfähigkeit stehen.
Die Ursachen können vielfältig sein. Anatomische Eigenheiten sind ein häufiger Auslöser von Atemaussetzern und Schnarchen. Aber auch der Lebensstil und bestimmte Erkrankungen spielen oft eine Rolle.
Die Atemaussetzer finden im Schlaf statt. Die Betroffenen bemerken diese selbst oft gar nicht. Meistens sind es die Lebenspartner, die durch das laute Schnarchen und die beängstigenden Stillephasen während der Atemaussetzer alarmiert sind. Wenn Sie solche Warnsignale oder weitere Symptome bemerken, sollten Sie das unbedingt ernst nehmen. Eine ärztliche Abklärung bietet sich an.
Ein Aspekt, der häufig übersehen wird, ist der enge Zusammenhang von Schlafapnoe und der craniomandibulären Dysfunktion (CMD). Dabei handelt es sich um eine schmerzhafte Funktionsstörung der Kiefergelenke und der Kaumuskeln. Zu den Beschwerden kommt es, weil der Körper von OSAS-Betroffenen nachts versucht, die Atemwege offen zu halten. Im Zuge dessen schieben viele Patienten unbewusst den Unterkiefer nach vorne oder pressen die Zähne aufeinander. Folgendes sind Symptome, die auf eine Kombination von OSAS und CMD hindeuten können:
Wenn Sie eine Kombination dieser Symptome bei sich feststellen, ist der Gang zum Spezialisten ratsam.
Für eine mögliche Behandlung muss zunächst differenziert werden: Handelt es sich um „einfaches“ Schnarchen oder um eine krankhafte Schlafapnoe? Der diagnostische Weg folgt einem klaren Stufenplan.
Das wichtigste Maß für die Schwere einer OSAS-Erkrankung ist der AHI-Wert. Er gibt an, wie viele Atemaussetzer (Apnoen) und Phasen verminderten Atemflusses (Hypopnoen) pro Stunde auftreten:
Je höher der Wert, desto dringender ist der medizinische Handlungsbedarf.
Eine Operation im Gesichtsbereich wirft verständlicherweise Fragen nach genauer Vorgehensweise und Sicherheit auf. Dank minimalinvasiver Techniken und computergestützter Planung lässt sich der Eingriff heute standardisiert und sehr sicher durchführen.
Nach Diagnose und Planung durch den Kieferorthopäden und den Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen empfiehlt sich meist eine kieferorthopädische Vorbehandlung.
Wie bei jeder Operation gibt es allgemeine Risiken wie Infektionen, Nachblutungen oder schlecht verheilende Wunden. Bei Kieferverlagerungen können vorübergehende Taubheitsgefühle an der Unterlippe auftreten, da Nerven im Operationsgebiet gedehnt werden. Dauerhafte Gefühlsstörungen sind jedoch selten, wenn ein erfahrener Chirurg den Eingriff vornimmt.
Ungefähr eine Woche nach dem Eingriff erfolgt eine Nachuntersuchung durch den Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen der LILIUM Klinik Frankfurt. Weitere Nachkontrollen sowie nichtoperative Behandlungsmaßnahmen nimmt der Kieferorthopäde vor.
In den ersten Wochen nach der Operation muss weiche Kost gegessen werden, da die Kiefer erst in der neuen Position verknöchern müssen. Für etwa 2 bis 3 Wochen sind die Patienten arbeitsunfähig. Die volle Belastbarkeit ist meist nach 6 bis 8 Wochen wiederhergestellt.
Schnarchen und Atemaussetzer nachhaltig zu behandeln bedeutet Lebenszeit und Lebensqualität zurückzugewinnen. Wenn Sie unter diagnostizierter Schlafapnoe leiden und sich nicht mit einer lebenslangen Maskentherapie abfinden wollen, ist die Abklärung durch einen spezialisierten Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen der nächste logische Schritt.
Ein Leben ohne ständige Müdigkeit und ohne nächtliche Atemmaske ist möglich – und der Weg dorthin ist heute präziser und sicherer planbar als je zuvor.
Bei Schnarchen und Atemaussetzern untersuchen und beraten wir Sie gern
Bitte zögern Sie nicht, einen der erfahrenen Dysgnathie-Experten der privaten LILIUM Klinik Frankfurt frühzeitig für einen Termin zu kontaktieren. Wir empfangen Sie gern und stehen Ihnen als Begleiter mit großer Fachexpertise vertrauensvoll zur Seite. Auch eine Zweitmeinung, die Ihnen jederzeit zusteht, können Sie bei uns einholen.
Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.
Dr. med. Dr. med. dent. Wolfgang M. Kater
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