Kniescheibe
Kniescheiben-OP
Kniescheiben-Probleme sind bei sportlich aktiven Menschen häufig
Die Behandlung muss alle Kniestrukturen einbeziehen
Die Kniescheibe, fachsprachlich Patella, spielt eine wichtige Rolle für die Kraftübertragung und die stabile Bewegung des Kniegelenks. Gerät sie aus ihrer normalen Führung, kann dies zu Schmerzen, Instabilität, wiederholtem Herausspringen und langfristig auch zu Knorpelschäden führen.
Die erfahrenen Kniespezialisten der LILIUM Klinik Frankfurt behandeln das gesamte Spektrum der Patella-Probleme: von der akuten Kniescheiben-Verrenkung und dem Patellaspitzensyndrom über wiederkehrende oder chronische Instabilitäten bis hin zu komplexen Situationen nach bereits erfolgten Operationen.
Akute Kniescheiben-Verrenkung (Patella-Luxation)
- Konservative Behandlung mit Orthese (medizinisches Hilfsmittel zur Stützung, Entlastung und Stabilisierung des Knies)
- Gezielte Physiotherapie für eine stabile Führung der Kniescheibe und Wiedergewinnung der Kniemobilität
- OP bei Instabilität und geschädigten Nachbarstrukturen
Chronische Kniescheiben-Instabilität
- Ermittlung der Ursache unter Berücksichtigung der gesamten Kniestruktur
- Konservative Behandlung mit Physiotherapie, Muskelaufbau, Koordinationsschulung und Stabilisierung
- Verschiedene operative Optionen zur Stabilisierung der Kniescheibe
Patellaspitzensyndrom
- Fokus auf Entlastung der Patellasehne
- Individuelles Maßnahmenpaket aus Trainingsanpassung, Physiotherapie und optional Stoßwellen- und Injektionstherapie
- Operative Maßnahmen in seltenen Fällen
Kniescheiben-Probleme ganzheitlich betrachten
Gerade bei wiederholten Patella-Beschwerden liegt häufig nicht nur eine einzelne Ursache vor. Oft wirken mehrere Faktoren zusammen, zum Beispiel ein verletztes Halteband, eine ungünstige knöcherne Form des Kniegelenks, eine Fehlstellung der Beinachse oder muskuläre und funktionelle Defizite. Auch beginnende Knorpelschäden können vorhanden sein und ihren Anteil an den Kniescheiben-Problemen haben.
Deshalb ist bei Patella-Beschwerden eine genaue Analyse wichtig. Im Zuge einer ausführlichen Untersuchung ermitteln die Kniespezialisten der LILIUM Klinik Frankfurt Ihre Beschwerden, einen eventuellen Unfall- oder Verletzungsvorgang und mögliche Vorbehandlungen. Stabilität und Funktion des Kniegelenks werden eingehend geprüft. Ergänzend wird moderne bildgebende Diagnostik genutzt, um die individuelle Ursache der Kniescheiben-Beschwerden möglichst genau zu erfassen.
Akute Kniescheiben-Verrenkung (Patella-Luxation)
Bei einer akuten Patella-Luxation ist die Kniescheibe aus ihrer normalen Führung herausgesprungen. Meist erfolgt das nach außen. Häufig ereignet sich die Verletzung beim Sport durch eine Drehbewegung, einen Sturz oder eine ungünstige Landung. Bänder, Knorpel und Knochen können mit geschädigt werden.
Zunächst steht die Akutbehandlung im Vordergrund. Das Knie wird entlastet, Schwellung und Schmerzen werden reduziert und die Kniescheibe stabilisiert, zum Beispiel mit einer Orthese. Anschließend wird mit gezielter Physiotherapie begonnen. Sie soll Beweglichkeit, Muskelkraft, Koordination und die stabile Führung der Kniescheibe Schritt für Schritt wieder aufbauen.
Sorgfältige Diagnostik hilft den Kniespezialisten der LILIUM Klinik Frankfurt bei der Entscheidung, ob die konservative Behandlung ausreicht oder eine Operation notwendig ist. Ein Eingriff kann bei bestimmten Verletzungen oder einem erhöhten Risiko für ein erneutes Herausspringen der Kniescheibe erforderlich sein. Die häufigste operative Methode zielt auf das MPFL (mediales Patello-femorales Ligament), ein wichtiges Halteband an der Innenseite der Kniescheibe.
- MPFL-Plastik: Dabei handelt es sich um das hauptsächlich angewendete Verfahren bei schwereren Patella-Verletzungen. Zum Einsatz kommen kann es aber auch bei chronischen Schädigungen. Das MPFL verhindert beim gesunden Knie, dass die Kniescheibe nach außen ausrenkt. Ist es stark geschädigt, ist die Stabilität der Patella nicht mehr gewährleistet.
Bei einem frischen knöchernen oder bindegewebigen Ausriss des MPFL kann in manchen Fällen eine sogenannte Re-Insertion erfolgen. Hier wird das ausgerissene Band wieder an seinem ursprünglichen Ansatz befestigt. Bei chronischer Schädigung oder der Gefahr einer solchen kann die Ersetzung des MPFL durch eine körpereigene Sehne oder anderes Spendergewebe erfolgen.
Ziel jeder Behandlung nach akuter Kniescheiben-Verrenkung ist es, die Kniescheibe dauerhaft zu stabilisieren, Schmerzen zu reduzieren und eine sichere Rückkehr in Alltag, Training und Wettkampf zu ermöglichen.
Chronische Kniescheiben-Instabilität
Von einer chronischen Kniescheiben-Instabilität spricht man, wenn die Kniescheibe wiederholt aus ihrer normalen Führung springt oder sich dauerhaft „wackelig“ anfühlt. Häufig hat der Patient Beschwerden bei sportlicher Betätigung, beim Treppensteigen, bei Drehbewegungen oder beim Beugen des Knies. Meist gibt es nicht eine einzelne Ursache, sondern eine Kombination aus mehreren Defiziten. Das können verletzte Haltestrukturen sein, eine ungünstige Beinachse, eine Fehlform des Kniescheibengleitlagers, muskuläre Einschränkungen oder eine zu weit hochstehende Kniescheibe.
Am Anfang steht deshalb eine genaue Untersuchung. Dabei wird geprüft, warum die Kniescheibe instabil ist und ob bereits Begleitfolgen wie Knorpelschäden entstanden sind. Je nach Befund kann zunächst eine konservative Behandlung mit Physiotherapie, Muskelaufbau, Koordinationsschulung und gezielter Stabilisierung sinnvoll sein. Ziel ist es, die Führung der Kniescheibe zu verbessern und erneuten Verrenkungen vorzubeugen.
Wenn die Instabilität wiederholt auftritt oder anatomische Risikofaktoren bestehen, kann eine Operation notwendig werden. Behandlungsziele sind auch hier die Rückgewinnung der Stabilität, Schmerzreduktion und eine problemlose Performance im Sport und Alltag. Je nach Indikation können sich folgende Verfahren anbieten:
- MPFL-Plastik: Wenn Kniescheiben-Probleme zurückkehren, nachdem eine vorangegangene Verrenkung zunächst konservativ behandelt worden ist, kann das weiter oben bereits beschriebene Verfahren Abhilfe schaffen.
- Tuberositas-Transfer: Bei ungünstiger Zugrichtung der Kniescheibensehne kann die Tuberositas versetzt werden, ein knöcherner Vorsprung am vorderen Schienbein. Dieser sogenannte Tuberositas-Transfer verbessert die Führung der Patella in ihrer Bahn. Bei einer zu sehr hochstehenden Kniescheibe kann zusätzlich eine Tieferstellung erfolgen.
- Trochlea-Plastik: In manchen Fällen ist die Gleitrinne des Oberschenkelknochens, in der die Kniescheibe läuft (Fachbegriff: Trochlea), zu flach oder fehlgeformt. Dann kann eine Trochlea-Plastik notwendig sein. Die Trochlea wird so korrigiert, dass die Kniescheibe stabiler darin gleitet.
- Osteotomie: Bei Fehlstellungen der Beinachse (umgangssprachlich: X- oder O-Beine), die sich negativ auf die Kniescheibe auswirken, kann eine Korrektur am Oberschenkel- oder Schienbeinknochen erforderlich werden, eine sogenannte Osteotomie. Dabei wird der Knochen kontrolliert durchtrennt und in eine günstigere Stellung gebracht.
- Laterale Retinakulums-Verlängerung: Das laterale Retinakulum ist das äußere Band, das die Patella hält. Das Verfahren kann zum Einsatz kommen, wenn die Weichteile außen zu stark an der Kniescheibe ziehen. Es erfolgt dann eine kontrollierte Verlängerung, um die beteiligten Strukturen zu entlasten.
Behandlung des Patellaspitzensyndroms
Das Patellaspitzensyndrom wird auch „Jumper’s Knee“ genannt. Der Name kommt daher, dass es häufig bei Patienten vorkommt, die Sportarten mit vielen explosiven Sprung- und Landebewegungen betreiben, zum Beispiel Volleyball, Basketball, Handball oder Leichtathletik. Beim Patellaspitzensyndrom handelt es sich um eine schmerzhafte Überlastung der Patellasehne am unteren Pol der Kniescheibe. Typisch sind Beschwerden an der Vorderseite des Knies. Sie treten zunächst nur bei Belastung auf, können später aber auch den Alltag einschränken. Die Behandlung erfordert meist Geduld und ein gut abgestimmtes Therapiekonzept:
- Im Mittelpunkt steht zunächst die Anpassung der Belastung. Je nach Stärke der Beschwerden kann das Training reduziert fortgeführt werden. Bei heftigeren Schmerzen ist eine vorübergehende Sportpause sinnvoll. Wichtig ist, nicht nur den Schmerz zu behandeln, sondern auch die Ursachen der Überlastung zu erkennen. Dazu können zum Beispiel muskuläre Dysbalancen, eingeschränkte Beweglichkeit, Fehlbelastungen, Fußfehlstellungen oder eine ungünstige Lauf- und Sprungtechnik gehören.
- Ein zentraler Bestandteil der Therapie ist ein gezieltes Trainingsprogramm. Häufig kommen zunächst isometrische Übungen zum Einsatz. Bei diesen wird die Muskulatur angespannt, ohne dass man das Knie stark bewegt. Das kann Schmerzen oft früh reduzieren. Im weiteren Verlauf folgen exzentrische Übungen und behutsames Krafttraining mit steigender Belastung. Ziel ist es, die Sehne wieder widerstandsfähiger zu machen und die Rückkehr zum Sport schrittweise vorzubereiten.
- Ergänzend können physiotherapeutische Maßnahmen wie Faszientechniken, Querfriktion, Kälteanwendungen oder Flossing eingesetzt werden. Auch eine Laufbandanalyse kann hilfreich sein. Bei Fußfehlstellungen oder Fehlbelastungen bietet sich eine Einlagenversorgung an. Zusätzlich kann eine Entzündungen vorbeugende Ernährung mit ausreichend Omega-3-Fettsäuren unterstützend wirken.
- Bei anhaltenden Beschwerden stehen weitere konservative Verfahren zur Verfügung. So setzen wir häufig die Stoßwellentherapie ein und erzielen in Kombination mit Trainings- und Belastungsanpassung erfahrungsgemäß gute Ergebnisse. In bestimmten Fällen können ultraschallgesteuerte Injektionen, zum Beispiel mit plättchenreichem Blutplasma (PRP) oder Hyaluronsäure, Teil eines erweiterten Behandlungskonzepts sein. Kortison-Injektionen in die Sehne sollten dagegen vermieden werden.
Eine Operation ist beim Patellaspitzensyndrom nur selten erforderlich. Sie kommt infrage, wenn trotz konsequenter konservativer Therapie keine ausreichende Besserung eintritt oder strukturelle Veränderungen wie Verkalkungen oder ein knöcherner Sporn vorliegen. Wir bevorzugen ein arthroskopisches, also minimalinvasives Vorgehen. Ziel jeder Behandlung ist eine sichere, nachhaltige Rückkehr zu Alltag, Training und Sport.
Wir untersuchen und beraten Sie gern in unserer Privatklinik am Flughafen Frankfurt
Zögern Sie bei Verletzungen der Patella nicht, die erfahrenen Kniespezialisten der privaten LILIUM Klinik Frankfurt frühzeitig zu kontaktieren. Wir empfangen Sie gern und stehen Ihnen als Begleiter mit großer Fachexpertise zur Seite. Auch eine Zweitmeinung, die Ihnen jederzeit zusteht, können Sie bei uns einholen. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Thomas Stein