Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls zählt zum Gebiet der Neurochirurgie. Die Erkrankung kann ganz ohne Symptome bleiben, aber auch schwere Rückenschmerzen oder solche im Nacken verursachen. Die Schmerzen können auch in andere Körperzonen ausstrahlen. In den meisten Fällen kommt man ohne Bandscheiben-Operation aus. Manchmal jedoch lässt sich ein Eingriff nicht vermeiden. Die Spezialisten der privaten LILIUM Klinik erläutern Ihnen, welche Art von Behandlung wann ansteht und wann eine Bandscheiben-OP sinnvoll ist.
Definition: Ein Bandscheibenvorfall ist der Austritt von Bandscheibenmaterial in die Umgebung des Wirbels, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann.
Ursachen: Häufige Ursachen sind degenerative Veränderungen der Bandscheiben, schwache Rückenmuskulatur, Fehlhaltungen und Bewegungsmangel.
Symptome: Rückenschmerzen, die in Beine oder Arme ausstrahlen, Taubheitsgefühle, Muskelschwäche und Inkontinenz.
Behandlung: Konservative Therapie mit Schmerzmitteln und Physiotherapie oder operative Eingriffe bei schweren Fällen.
Ausstattung: Die LILIUM Klinik bietet modernste Diagnostik- und Behandlungsmethoden sowie eine umfassende Nachsorge.
Die Degeneration der Faserringe, welche die Bandscheiben umgibt, beginnt bei vielen Menschen bereits im dritten Lebensjahrzehnt. Das Durchschnittsalter der Patientinnen und Patienten mit einem Bandscheibenvorfall liegt bei ungefähr 40 Jahren. Untersuchungen zufolge weist fast jeder 40-Jährige Einrisse an den Faserringen auf. Bei jedem Zweiten in diesem Alter ist eine Bandscheibenvorwölbung oder ein -vorfall bereits aufgetreten. Rund jeder Dritte über 40 zeigt dabei keine Symptome.
Folgende Faktoren gelten als Ursachen für Bandscheibenvorfälle beziehungsweise erhöhen das entsprechende Risiko:
Dem Bandscheibenvorfall geht praktisch immer eine längere Vorschädigung voraus. Unfälle oder Verletzungen sind nur in seltenen Fällen die unmittelbare Ursache.
Die Erkrankung trifft häufig Menschen mittleren Alters, zunehmend aber auch Jüngere unter 50 Jahren. Rückenschmerzen in sehr fortgeschrittenem Alter sind eher die Folge der fortschreitenden Degeneration in den verschiedenen Gelenkanteilen der Wirbelsäulensegmente. Die Bandscheiben werden nicht durch Blutgefäße versorgt und regenerieren sich nur in sehr beschränktem Ausmaß. Daher flachen sie mit den Jahren immer mehr ab. Ihr Gallertkern enthält kaum noch Flüssigkeit, die austreten könnte, und Vorfälle entstehen seltener.
Bewegung und Krafttraining wird allgemein empfohlen, um einem Bandscheibenvorfall im Alter vorzubeugen.
Bandscheibenvorfälle ereignen sich am häufigsten im Bereich der Lendenwirbelsäule, gefolgt von der Halswirbelsäule. An den Brustwirbeln tritt das Leiden eher selten auf. Als Symptome können vorkommen:
Bei einem Bandscheibenvorfall am Lendenwirbel betreffen die Symptome neben dem Rücken meist auch die Beine. Einseitige Schmerzen nur im linken oder rechten Bein sind auf die Position des Bandscheibenvorfalls zurückzuführen: Liegt der Vorfall an der linken Seite des Spinalkanals (Wirbelkanals), sind die dortigen Nerven betroffen, die das linke Bein versorgen. Entsprechendes gilt für die rechte Seite des Spinalkanals.
Bei einem Vorfall im Bereich der Halswirbelsäule kann der Nacken, der Kopf, eine Schulter und ein Arm mit betroffen sein. Ereignete sich der Vorfall in der Brustwirbelsäule, strahlt der Schmerz gewöhnlich aus dem Brustkorb aus.
Fallabhängig können Symptome mit der Zeit wieder abklingen, sich aber auch verschlimmern. Erfolgt der Vorfall zentral in der Mittellinie des Wirbelkanals, zeigen sich oftmals gar keine Symptome. Nervenstränge werden dann nicht beeinträchtigt, es sei denn, der Vorfall hat ein erhebliches Ausmaß.
Was tun bei einem Bandscheibenvorfall? Sie als Patientin oder Patient schildern dem Arzt der LILIUM Klinik zunächst ausführlich Ihre Symptome. Dazu gehört auch, wie lange Sie schon darunter leiden und ob eventuell eine Verschlimmerung zu verzeichnen ist. Es folgen eine körperliche und eine neurologische Untersuchung.
Aus der Art der Beschwerden kann der Arzt ableiten, welche Nerven beteiligt sind und in welchem Segment der Wirbelsäule sich der Vorfall ereignet hat. Außerdem sind bildgebende Verfahren für eine sichere Diagnose unerlässlich. Zunächst wird gewöhnlich ein Röntgenbild angefertigt. Weitere Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT), die Weichteilstrukturen sehr gut abbilden kann, können folgen.
Ausgeschlossen werden müssen andere Erkrankungen, die ebenfalls die Wirbelsäule oder den Bewegungsapparat betreffen und ähnliche Symptome haben können. Einige der wichtigsten sind:
Im Gegensatz zu diesen Erkrankungen äußert sich der Bandscheibenprolaps bei der betroffenen Patientin oder dem Patienten meist als plötzliches Ereignis mit stechendem Schmerz. Unterscheidungsmerkmale muss der Arzt sorgfältig im Auge behalten. Andere Ursachen erfordern möglicherweise eine andere Art der Therapie.
Um die Wiederherstellung der geschädigten Bandscheibe geht es bei der Therapie in erster Linie nicht. Das Bandscheiben-Material, das bei dem Vorfall ausgetreten ist, bildet sich mehr oder weniger rasch von selbst zurück. Damit verschwinden oft auch die Beschwerden, meist ganz ohne Operation.
Ergibt sich trotz konservativer Therapie keine Besserung, wird bei schweren Vorfällen gewöhnlich eine Bandscheibenvorfall-Operation erwogen. Mit dem Eingriff begegnen wir dem Risiko, dass Schädigungen wie die folgenden auf Dauer bleiben:
Auch eine Bandscheibenvorwölbung mit schweren Symptomen, bei der es noch nicht zu einem Vorfall gekommen ist, kann Anlass für eine operative Therapie sein. Ein Bandscheibenvorfall ohne Symptome, der nur zufällig entdeckt wird, ist kein Grund für einen operativen Eingriff. Das gilt gewöhnlich auch dann, wenn der Vorfall umfangreich ist.
Nach dem Bandscheibenvorfall steht zunächst die Eindämmung der unmittelbaren Folgen im Vordergrund. Je nach Ausmaß der Schädigung, die der Vorfall bewirkt hat, kann aber später noch ein Eingriff erforderlich werden. Das Ziel kann darin bestehen, einer fortschreitenden Degeneration der betroffenen Wirbelsegmente vorzubeugen. Maßnahmen einer solchen Bandscheiben-OP können zum Beispiel die Implantation einer Bandscheibenprothese oder eine Wirbelversteifung (Spondylodese) sein. Solche Eingriffe müssen natürlich auf der Grundlage einer fundierten Diagnose erfolgen. Gegebenenfalls sollten Sie sich eine zweite Meinung einholen, gerne auch bei den Ärzten der LILIUM Klinik.
Die erfahrenen Ärzte der LILIUM Klinik bieten Ihnen nach gründlicher Untersuchung eine Behandlung, die genau auf Ihr persönliches Beschwerdebild abgestimmt ist. Die möglichen Therapiemaßnahmen im Einzelnen:
Konservative Therapie
Bei einem akuten Bandscheibenvorfall kommt es zunächst darauf an, den Schmerz einzudämmen.
Mit dem allmählichen Zurückdrängen des Schmerzreizes bekommen die entzündeten Nerven die Chance, abzuschwellen. Oft können sie ihre normale Funktion allmählich wieder erfüllen, die Mobilität kehrt auch ohne Bandscheiben-OP zurück. Das weitere Vorgehen hängt vom Niveau der noch bestehenden Beschwerden ab. Mittelfristige Optionen für die Therapie sind:
Die periradikuläre Schmerztherapie ermöglicht eine noch gezieltere Schmerzlinderung direkt an der Nervenwurzel. Die schmerzstillende Injektion erfolgt ambulant unter sterilen Bedingungen und unter Röntgenkontrolle. Ungewollte Schädigungen im Bereich der Wirbelsäule lassen sich so vermeiden.
Wärme fördert die Durchblutung und unterstützt die natürliche Rückbildung des Vorfalls. Physiotherapeutische Übungen dienen zur Kräftigung der Rückenmuskulatur, was die betroffenen Wirbelsegmente entlastet.
Bandscheibenoperation
Eine Operation an der Bandscheibe ist ungefähr bei jedem zehnten Bandscheibenvorfall erforderlich. Die Bandscheiben-OP kann bei schweren Symptomen dazu beitragen, Sie schneller von Schmerzen und anderen Beschwerden zu befreien. Sie erfolgt unter Vollnarkose.
Der Eingriff kann minimalinvasiv mit endoskopischen Instrumenten oder mikrochirurgisch über einen 3 bis 5 Zentimeter langen Schnitt an der Wirbelsäule erfolgen.
Üblicherweise stehen die operierten Patienten und Patientinnen direkt nach der Bandscheiben-OP oder einen Tag darauf wieder auf. Damit man noch schneller wieder fit wird, kann eine Rehabilitation fallabhängig notwendig sein. Sie sollen herumgehen, müssen sich zur Förderung der Heilung aber noch schonen. Dafür ist ein Klinikaufenthalt von 3 bis 7 Tagen erforderlich. Die komfortable Ausstattung und das zuvorkommende Team der LILIUM Klinik erleichtern Ihnen den Aufenthalt.
Wie bei jedem chirurgischen Eingriff kann es unerwünschte Wirkungen wie Infektionen, übermäßige Narbenbildung oder Störungen bei der Wundheilung geben. Narbengewebe kann nach der Bandscheiben-OP Druck auf eine Nervenwurzel ausüben und so Beschwerden verursachen. Möglich ist nach einer Bandscheibenoperation auch eine Liquor-Leckage, also das Austreten von Hirnwasser. Daraus können sich Kopfschmerzen ergeben. Die Orthopäden der LILIUM Klinik klären Sie vor der Operation im Detail über mögliche Risiken auf. Bei erfahrenen Operateuren sind Komplikationen insgesamt selten.
Bandscheibenvorfällen und anderen Rückenproblemen können Patientinnen und Patienten durch eine Reihe von Maßnahmen vorbeugen:
Die genannten Sportarten sind deshalb günstig, weil sie einen wechselnden Druck auf die Bandscheiben ausüben. Dabei gelangen Nährstoffe auf natürlichem Weg durch die begrenzenden Membranen in das Bandscheiben-Innere. Das ermöglicht in gewissem Umfang eine Regeneration und hält die Bandscheiben elastischer.