Fehlstellungen der Knie wie O-Beine oder X-Beine sind keineswegs nur ein ästhetisches Problem. Erfolgt keine geeignete Behandlung, leiden viele Patientinnen und Patienten unter erheblichen Schmerzen und Mobilitätseinschränkungen. Oft muss dann allzu früh ein künstliches Kniegelenk her. Eine schonendere Alternative ist eine Umstellungsosteotomie, ein Operationsverfahren, das zur Korrektur der Beinachsen dient. Es kann Verschleiß und Knieschmerzen reduzieren und die Kniegesundheit für lange Zeit erhalten. Die erfahrenen Kniespezialisten der privaten LILIUM Klinik informieren Sie hier ausführlich über die Möglichkeiten der Beinachsenkorrektur.
O-Beine (medizinisch: Genu varum) und X-Beine (Genu valgum) sind die häufigsten Fehlstellungen der Beine. Bei beiden weicht die Beinachse vom normalen Verlauf ab. Diese Achse, die sogenannte Mikulicz-Linie, ist eine gedachte Linie, die vom Hüftkopf bis zum Sprunggelenk reicht. Bei gesunder Beinstellung verläuft sie gerade durch das Kniegelenk, bei X- oder O-Beinen ist sie verschoben. Das kann recht verschiedene Ursachen haben. Einige der häufigeren sind:
Von O-Beinen sind eher Männer betroffen. Bei den Patientinnen und Patienten treten die Schmerzen typischerweise innen am Kniegelenk auf. Überproportional häufig leiden Menschen darunter, die aktiv Fußball spielen. Schuss- und Passbewegungen belasten übermäßig die Innenseite ihrer Oberschenkel, der starke Zug der dortigen Muskeln bringt die Beine in die ovale O-Form.
Frauen leiden häufiger unter der X-Bein-Fehlstellung. Das weibliche Becken ist von Natur aus breiter. Daher neigen die Oberschenkel dazu, nach innen zu stehen. Schmerzen treten bei diesen Patientinnen und Patienten gewöhnlich außen am Gelenk auf.
X- oder O-Beine verursachen eine ungleichmäßige Belastung der Kniegelenke. Über Jahre und Jahrzehnte werden entweder die Innen- oder die Außenseiten der Knie zu stark beansprucht. Die einseitige Überbelastung bringt diese gängigen Folgeschäden mit sich:
Häufig machen Schädigungen sich durch Schmerzen und Einschränkungen der Mobilität bemerkbar. Therapeutisches Gegensteuern ist unverzichtbar. Eine durch die Fehlbelastung entstandene Gonarthrose, wie die Arthrose am Kniegelenk heißt, neigt ansonsten zur Verschlimmerung. Dasselbe gilt für andere Schädigungen.
Betroffene Patientinnen und Patienten sollten sich frühzeitig einem erfahrenen Kniespezialisten anvertrauen. Das gilt auch dann, wenn Sie trotz Fehlstellung noch keine Beschwerden verspüren. Frühzeitiges ärztliches Eingreifen kann verhindern, dass es überhaupt erst zu gravierenden Problemen kommt. Sie bewahren so Ihre Beweglichkeit und damit Ihre Lebensqualität.
Eine Blickdiagnose gibt dem behandelnden Arzt der LILIUM Klinik ersten Aufschluss über die Beinfehlstellung. Eine Ganganalyse kann den Befund ergänzen. Ziel ist es, die Ursache Ihrer Beschwerden zweifelsfrei zu erkennen. Häufig spielen bei Fehlstellungen der Beinachse verschiedene Strukturen wie Hüfte, Knie und Fußstellung ineinander.
Röntgenaufnahmen vom gesamten Bein ergeben ein genaues geometrisches Bild. Auf dessen Grundlage kann der Arzt berechnen, wie die natürliche Beinachse der Patientin oder des Patienten verlaufen müsste. Die Abweichung von dieser Ideallinie zeigt ihm den Grad der Fehlstellung.
Bei Kniebeschwerden, die durch eine Fehlstellung der Beinachse hervorgerufen werden, kann man auch mit nichtoperativen (konservativen) Mitteln etwas bewirken. Eine nachhaltige Korrektur ist dadurch zwar kaum möglich. Schmerzen und Mobilitätseinschränkungen lassen sich aber in gewissem Umfang beheben. Sinnvoll ist eine konservative Therapie nur, wenn Schädigungen wie Arthrose oder Meniskusprobleme bei der Patientin oder dem Patienten noch nicht zu weit fortgeschritten sind. Mögliche Maßnahmen sind:
Kommt es dadurch zu keiner Besserung, kann eine Umstellungsosteotomie zur Beinachsenkorrektur Ihnen meist gut helfen.
Der Kniespezialist der LILIUM Klinik wird zu einer Operation raten, wenn:
Ziel der operativen Beinachskorrektur ist es in der Regel, einem künstlichen Gelenkersatz für die Knie vorzubeugen. Insbesondere jüngere und aktive Patientinnen und Patienten profitieren von einem frühzeitig erfolgenden Eingriff. Dank der OP sind Sie gewöhnlich viel mobiler und stärker belastbar. Auch Sport können sie vielfach ohne allzu große Einschränkungen ausüben.
Bei bereits weit fortgeschrittener Arthrose ist es meist angeraten, auf eine Umstellungsosteotomie zu verzichten. Dann bietet sich ein künstlicher Kniegelenksersatz an (Knie-TEP oder Schlittenprothese).
Die Umstellungsosteotomie, mit der wir die Beinachse begradigen, wird auch als Korrekturosteotomie bezeichnet. „Osteotomie“ ist der Fachausdruck für die Durchtrennung eines Knochens. Wo die Korrektur bei Ihnen erfolgt, hängt von der Art der Fehlstellung ab. In den meisten Fällen wird am Schienbein korrigiert, weniger häufig am Oberschenkelknochen direkt oberhalb des Kniegelenks.
Meist betrifft die fehlerhafte Stellung beide Kniegelenke. Die Korrektur wird dann an beiden Knien im Rahmen desselben Eingriffs vorgenommen, ansonsten nur an einem.
Die Operation erfolgt unter Vollnarkose. Zu Vorbereitung der Beinachsenkorrektur setzt der operierende Facharzt kleine Hautschnitte an Unter- oder Oberschenkel. Anschließend nimmt er einen Sägeschnitt vor, mit dem er den Knochen vollständig oder größtenteils durchtrennt. Man unterscheidet zwischen zuklappenden und aufklappenden Osteotomien. Ihr behandelnder Arzt bespricht im Vorfeld genau mit Ihnen, wie er bei der Operation vorgehen wird:
Je nach Situation können die Metallimplantate im Bein verbleiben oder nach etwas über einem Jahr wieder entfernt werden.
Gewöhnlich bleiben Sie nach einer operativen Beinachsenkorrektur 3 bis 5 Tage in der LILIUM Klinik Wiesbaden. Mit physiotherapeutischer Unterstützung beginnen Sie bereits am Tag nach der OP mit ersten Gehübungen. Für einige Wochen nutzen Sie Gehhilfen, die eine Teilbelastung der Kniegelenke ermöglichen. Nach etwa zwei Wochen werden die Fäden gezogen.
Die Länge der Arbeitspause richtet sich nach der Art der beruflichen Belastung. Leichtere Bürotätigkeiten können Sie ungefähr nach 4 bis 6 Wochen wieder aufnehmen. Schwimmen oder Rad fahren können Sie durchschnittlich ab 4 Wochen nach dem Eingriff wieder. Gewöhnlich ist nach 6 Wochen eine Vollbelastung der Kniegelenke möglich. Nach 3 bis 4 Monaten ist die Osteotomie meist vollständig verheilt.
Der Operateur der LILIUM Klinik bespricht Risiken und mögliche Nebenwirkungen ausführlich mit Ihnen. Die Umstellungsosteotomie bringt die üblichen Risiken einer chirurgischen Operation wie Wundheilungsstörungen, Infektionen oder übermäßige Narbenbildung mit sich. Möglich ist auch, dass der Knochen schlecht verheilt. Daneben gibt es das Risiko einer Über- oder Unterkorrektur durch den Eingriff. Bei erfahrenen Operateuren treten solche unerwünschten Wirkungen deutlich seltener auf.
Bitte zögern Sie nicht, die erfahrenen Kniespezialisten der privaten LILIUM Klinik frühzeitig zu kontaktieren. Wir empfangen Sie gern und stehen Ihnen als Begleiter mit großer Fachexpertise vertrauensvoll zur Seite. Auch eine Zweitmeinung, die Ihnen jederzeit zusteht, können Sie bei uns einholen. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.