Eine Kurzschaftprothese kommt der Anforderung sehr gut nach, sparsam mit gesunder Knochensubstanz umzugehen:
Ihr Orthopäde wird zunächst versuchen, die Beschwerden, welche die Arthrose im Gelenk verursacht, mit nichtoperativen Maßnahmen einzudämmen. Wenn das nicht gelingt, muss an eine Hüftprothese gedacht werden.
Patientinnen und Patienten, für die sich die Kurzschaft-Variante eignet, haben sehr gute Aussichten, sich in späteren Lebensjahrzehnten mit ihrer Hüftprothese eine sichere Mobilität zu bewahren.
In der LILIUM Klinik bereiten wir den Eingriff durch eine hochmoderne computergestützte Planung vor. Die Operation erfolgt unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie mit Dämmerschlaf. Die Implantation der Kurzschaftprothese nehmen wir minimalinvasiv vor, also ohne größere Schnitte und ohne Verletzung der Muskulatur. Gewöhnlich findet der ALMIS-Zugang Verwendung (Antero Lateral Minimally Invasive Surgery). Bei diesem sogenannten anterolateralen Zugang gelangen wir zum Hüftgelenk von vorne her, leicht seitlich versetzt. Muskelstränge bleiben dabei unverletzt. Auch der AMIS-Zugang findet Anwendung.
Die neue Hüfte mit der Prothese kann in der Regel am Tag der Operation bereits voll belastet werden. Aufstehen ist dann ebenfalls schon möglich. Der Aufenthalt bei uns in der LILIUM Klinik dauert gewöhnlich um die 3 bis 4 Nächte. Mit Hilfe erfahrener Physiotherapeuten beginnen wir hier bereits intensiv mit der Mobilisierung und Übungen zur Schulung der Beweglichkeit sowie zum Muskelaufbau.




Ein künstliches Hüftgelenk wird fachsprachlich als Hüft-TEP bezeichnet. TEP steht für Totalendoprothese. Damit ist gemeint, dass beide Bestandteile des Gelenks ersetzt werden. An der Hüfte ist eine solche Vollprothese die Regel. Eine Hüftprothese kann man dann in Erwägung ziehen, wenn Schmerzen und Mobilitätsprobleme mit anderen Methoden nicht mehr in den Griff zu bekommen sind.
Oft sind beide Hüftgelenke betroffen und müssen im Laufe des Lebens ersetzt werden. Dies geschieht zumeist in zwei aufeinanderfolgenden Eingriffen, dazwischen vergehen häufig einige Monate. In einigen Fällen ist auch eine Versorgung beider Hüftgelenke in einer Operation möglich. Pro Jahr werden in Deutschland um die 200.000 künstliche Hüftgelenke implantiert.
Das sind die Grundkomponenten einer Hüft-TEP:
Gelenkschale und Schaft der Hüftprothese werden millimetergenau eingesetzt. Sie verwachsen mit der vorhandenen Knochensubstanz und funktionieren so in der Regel über einen langen Zeitraum sehr zuverlässig. Die Implantate leisten dieselben Dienste wie das natürliche Hüftgelenk – bestenfalls so, dass Sie gar keinen Unterschied bemerken. Nach erfolgreicher Heilung und Rehabilitation sind Patientinnen und Patienten in den meisten Fällen wieder uneingeschränkt mobil. Mit einigen Abstrichen können sie auch mit einem künstlichen Hüftgelenk Sport treiben. Menschen, die oft jahrelang unter Hüftschmerzen gelitten haben, bringt die Hüft-TEP so eine ganz neue Lebensqualität
Die Entscheidung für ein künstliches Hüftgelenk ist niemals leicht. Sie sollte von den Patientinnen und Patienten nicht überhastet getroffen werden. Auch sollte hierbei grundsätzlich eine ärztliche Zweitmeinung eingeholt werden, um die Notwendigkeit der Hüft-OP zu bestätigen. Immerhin handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, der Teile des natürlichen Hüftgelenks unwiederbringlich ersetzt. In der Regel wird eine Hüft-TEP in Erwägung gezogen, wenn konservative Behandlungen wie Medikamente, Physiotherapie und Schmerzmanagement keine ausreichende Linderung bieten und die Lebensqualität des Patienten stark beeinträchtigt ist.
Ob eine Hüft-TEP notwendig ist, wird von unseren versierten Orthopäden anhand verschiedener Kriterien bestimmt. Hierbei werden unter anderem diese Faktoren betrachtet:
Künstliche Hüftgelenke werden immer langlebiger. Man kann davon ausgehen, dass moderne Implantate heute im Durchschnitt mindestens 20 bis 25 Jahre halten. Bei den Materialien, die bei einer Hüft-TEP verwendet werden, gibt es ständig Verbesserungen. Vor der Hüft-OP wählen unsere Ärzte künstliche Gelenke aus, die möglichst ideal zur Hüftsituation der Patientin oder des Patienten passen. Richtig eingeschätzt werden müssen insbesondere der Zustand der Knochensubstanz und anatomische Gegebenheiten.
Aus diesen Materialien bestehen die Hüftprothesen in der LILIUM Klinik:
Eine Hüftprothese zementiert man im Knochen, um eine sofortige Stabilität und feste Verankerung zu gewährleisten. Manchmal ist der Knochen jedoch nicht für ein zementfreies, einwachsendes Implantat geeignet, zum Beispiel beim Vorliegen einer Osteoporose. Dann wird die Hüftprothese zementiert, also mit einer Art Kunststoff-Kleber befestigt.
Bei einigen Patientinnen oder Patienten mit künstlichen Hüftgelenken machen sich in späteren Jahren Beschwerden oder Verschleißerscheinungen bemerkbar. Dann muss die Hüftprothese ausgetauscht werden. Auch für den Tausch älterer Exemplare stehen die Endoprothetik-Spezialisten der LILIUM Klinik Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Die richtige Wahl der Hüftprothese ist entscheidend dafür, Ihre Mobilität möglichst lange zu sichern. Unsere Endoprothetik-Spezialisten werden Sie dazu umfassend beraten. Im Rahmen der Vorbereitung erfolgt immer eine computergestützte Planung des minimalinvasiven Eingriffs.
Folgende Prothesentypen stehen zur Verfügung:
Der Eingriff für die Implantation der Hüftprothese findet unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie statt. Bei letzterer Variante erfolgt lediglich eine Betäubung der unteren Körperhälfte, zusätzlich werden Sie in einen Dämmerschlaf versetzt. Gewöhnlich dauert die Hüft-TEP-Operation nicht länger als eine Stunde.
So wird das künstliche Hüftgelenk eingesetzt:
Am Ende des minimalinvasiven Eingriffs wird das neue Hüftgelenk eingerenkt.
Hüft-TEPs setzen wir in der LILIUM Klinik ausschließlich per minimalinvasiver Operation ein. Minimalinvasive Technik bietet mehrere Vorteile:
Die Eingriffe am Gelenk erfolgen stets über vordere Zugänge. Für die minimalinvasive Platzierung von Hüft-TEPs stehen zwei Methoden zur Verfügung:
Individuelle Bewegungsgeometrie und Beinlänge werden berücksichtigt. So ergibt sich nach dem Eingriff eine korrekte Hüftposition, aus der heraus Sie gleich schon wieder die ersten Schritte machen können. Eine möglichst lange Haltbarkeit der Hüftprothese wird durch diese Vorgehensweise gefördert.
Die erste Mobilisation der Patientinnen und Patienten, die ihr neues künstliches Hüftgelenk erhalten haben, erfolgt bereits am Tag der Operation. Die Entwicklung eines sicheren Gangs wird so von Anfang an gefördert. Allerdings dürfen Sie Ihre neue Hüfte am Anfang nicht zu großer Belastung aussetzen. Sie bleiben einige wenige Tage bei uns in der Klinik und erhalten physiotherapeutische Unterstützung. Nach 4 bis 6 Wochen sind die Implantate, aus denen das künstliche Hüftgelenk besteht, vollständig mit dem Knochen verwachsen. Bei der weit überwiegenden Zahl der Patientinnen und Patienten verläuft das problemlos.
An den Klinikaufenthalt schließt sich häufig eine mehrwöchige Rehabilitation an. In deren Verlauf bauen Sie Ihre Muskeln auf und erlernen den Umgang mit Ihrer Hüft-TEP. Physiotherapeuten unterstützen Sie dabei, Gelenkbeweglichkeit und Heilfortschritt Ihrer neuen Hüfte bestmöglich in Einklang zu bringen.
Moderaten Sport dürfen Sie etwa 3 Monate nach dem Einsetzen des künstlichen Hüftgelenks wieder machen. Der Zeitpunkt des Wiedereinstiegs in den Berufsalltag hängt von der Art der Tätigkeit der Patientin oder des Patienten ab.
Durch die große Routine ist bei der Hüft-TEP-Operation nur selten mit schweren Komplikationen zu rechnen. Selbstverständlich klären unsere Spezialisten Sie vorher ausführlich und individuell über die Risiken auf. Spezifische Risiken der Hüft-TEP-Operation bestehen zum Beispiel in einer bakteriellen Besiedlung der Implantate oder einer Instabilität mit Herausspringen des Gelenkes. Es handelt sich hierbei jedoch um sehr seltene Komplikationen. Sogenannte Frühlockerungen des künstlichen Hüftgelenks, beispielsweise durch Infektion, können in den ersten 2 Jahren nach der OP vorkommen, Spätlockerungen noch nach Jahrzehnten. Ursache dafür ist häufig ein Abrieb der Gleitpaarung zwischen Hüftkopf und Inlay. Mithilfe neuer Materialien für Hüftprothesen konnten solche unerwünschten Wirkungen in letzter Zeit glücklicherweise deutlich verringert werden.




Leider nehmen Schmerzen und Mobilitätseinschränkungen trotz frühen Beginns der therapeutischen Maßnahmen oft überhand. Dann kann eine Knieprothese für Schmerzfreiheit sorgen und Sie wieder mobil machen. Solche Knieprothesen bestehen aus Metall- und Kunststoffanteilen. Sie werden in das Kniegelenk implantiert und überkronen das Gelenk teilweise oder vollständig.
Welche Art Implantat in Frage kommt, hängt davon ab, wie sehr die Kniestrukturen geschädigt sind. Ein kompletter Oberflächenersatz in Form einer Vollprothese, im medizinischen Sprachgebrauch Totalendoprothese (TEP) genannt, ist in vielen Fällen nicht erforderlich. Doch wird nicht wenigen Patientinnen und Patienten genau diese Art Prothese übereilt vorgeschlagen. Für Sie kommt es darauf an, genau den Gelenkersatz zu erhalten, der zu Ihrer Kniesituation passt. Dafür sollten Sie sich einem Arzt anvertrauen, der sich mit allen Arten von Knieprothesen umfassend auskennt.
Bei der Implantation des künstlichen Kniegelenks sollten so wenig gesunde Strukturen wie möglich beeinträchtigt werden. Teilprothesen haben, sofern sie im speziellen Fall geeignet sind, folgende Vorteile:
Bei einer Teilprothese muss in der Regel das vordere Kreuzband intakt sein und auch erhalten bleiben. Bei einem vollständig künstlichen Kniegelenk muss es hingegen entfernt werden. Die Implantation einer Vollprothese kann dank Einsatz einer Teilprothese oft um 15 bis 20 Jahre hinausgezögert werden
Eine gelenkschonende Schlittenprothese oder andere Varianten einer Prothese kommen für folgende Patientinnen und Patienten in Frage:
Eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz einer Teilprothese: Die Außen- und Kreuzbänder, die das Knie stabilisieren, müssen noch weitgehend intakt sein. Eine gründliche Untersuchung gibt darüber Aufschluss.
Bei begrenzter Teilschädigung des Gelenkknorpels sollte man die Entscheidung über die Knieprothese erfahrungsgemäß nicht allzu lange hinauszögern. Wird der richtige Zeitpunkt verpasst, kann der Bandapparat mehr und mehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Die langfristigen Aussichten, die Mobilität durch künstlichen Gelenkersatz zu erhalten, verschlechtern sich dann.
Für das Kniegelenk gibt es zwei wesentliche Typen von Teilprothesen:
Die Schlittenprothese ist die am häufigsten eingesetzte Knieteilprothese. Man nennt sie nach einem ihrer Entwickler auch Repicci-Prothese oder unikondyläre Knieprothese. Die Schlittenprothese wird lediglich an einer der beiden Gleitrollen oder Kondylen des Oberschenkelkopfes implantiert. So heißen die verdickten Vorsprünge, die dem Schienbeinkopf gegenüberliegen. Der Knieschlitten besteht aus einem Metall- und einem Kunststoffimplantat. Zusammen bilden sie eine sogenannte Gleitpaarung. Das Metallimplantat am Oberschenkel ist kufenförmig wie bei einem Schlitten, das Gegenstück am Schienbeinkopf eher flach.
Die Kniescheiben-Prothese ersetzt als sogenanntes Small Implant die dort geschädigten Strukturen im Gelenk zwischen Kniescheibe und Gleitrinne.
Da diese Fälle von isolierter Arthrose unterhalb der Kniescheibe selten vorkommen, haben nur wenige Chirurgen Erfahrung mit diesen Eingriffen. Die Endoprothetik-Spezialisten an der privaten LILIUM Klinik implantieren diese Implantate regelmäßig und weisen daher eine große Expertise auf diesem Gebiet auf.
Die Metallkomponenten, die für Teilprothesen am Knie Verwendung finden, bestehen gewöhnlich aus einer Chrom-Kobalt-Molybdän-Legierung. Diese Legierung ist biokompatibel, verursacht also kaum Unverträglichkeiten. Gleichzeitig ist das Material nicht spröde und elastisch genug, um die Beweglichkeit des Kniegelenks bestmöglich zu unterstützen. Für Nickelallergiker gibt es vollständig nickelfreie Varianten.
Kunststoffkomponenten von Knieimplantaten bestehen heute aus hochvernetztem Polyethylen. Das extra gehärtete Material weist einen geringeren Abrieb auf und ermöglicht eine lange Lebensdauer.
Die Haltbarkeit von Teilprothesen für das Knie variiert je nach Befund und liegt in etwa bei 10 bis 25 Jahren. Dann kann bei Bedarf ein Austausch gegen eine Totalendoprothese erfolgen. In den so gewonnenen Jahren hat man Knochensubstanz „gespart“, die Schädigung von Sehnen, Bändern und Nerven wird reduziert. Die spätere Implantation des künstlichen Kniegelenks erfolgt also unter viel besseren Voraussetzungen. Das erfreuliche Resultat ist eine bessere Beweglichkeit in fortgeschrittenem Alter.
Die etwa einstündige Operation findet unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie mit Dämmerschlaf statt. Der Eingriff kann oft minimalinvasiv erfolgen, also über kleine Hautzugänge. Der behandelnde Arzt trägt die geschädigten Gelenkanteile ab. Eine Beeinträchtigung der umliegenden Strukturen wie etwa der Außen- und Kreuzbänder gibt es nicht, unversehrter Knorpel wird nicht angetastet.
Anschließend werden Metall- und Kunststoffimplantate eingebracht. Das kann je nach Situation zementfrei oder unter Verwendung von Knochenzement erfolgen. In den Wochen nach der Operation verwachsen die Implantatteile fest mit der Knochensubstanz. Weil das Kniegelenk größtenteils intakt geblieben ist, verläuft die Heilung schneller als bei einer Totalprothese. Schmerzen im Knie nach einer Schlittenprothesen-OP treten seltener auf. Sie dürfen das Knie direkt nach der OP wieder voll belasten. In Muskelaufbau und Mobilitätstraining für ihr neues Kniegelenk steigen Patientinnen und Patienten mit physiotherapeutischer Unterstützung direkt ein.
Nach etwa 2- bis 3-tägigem Aufenthalt in der LILIUM Klinik schließt sich in der Regel eine ambulante oder stationäre Rehabilitation an. Sie dauert mehrere Wochen. Dabei erhalten Sie Hilfe von versierten Physiotherapeuten. Während Sie mit einer Vollprothese nur eine begrenzte Beweglichkeit erreichen können, verhält es sich bei einer Teilprothese anders: Das Kniegelenk kann nach der Operation seinen vollständigen Bewegungsumfang wiedergewinnen. Dementsprechend mobil können Sie wieder in Beruf und Alltag einsteigen und sich auch sportlich betätigen. Nach 6 bis 8 Wochen ist im Durchschnitt die Rückkehr an den Arbeitsplatz möglich.
Vorkommen können die gängigen Nebenwirkungen einer chirurgischen Operation wie eine Thrombose, übermäßige Narbenbildung oder Nachblutungen. Das Infektionsrisiko, Schmerzen und sonstige Komplikationen sind nach einer Operation, bei der eine Teilprothese eingesetzt wird, im Vergleich zu einer Vollprothese verringert




Eine umfassende Diagnose durch einen erfahrenen Kniespezialisten ist Voraussetzung für eine sinnvolle Behandlung des geschädigten Knies. Knorpelschäden lassen sich zunächst oft mit nichtoperativen Verfahren lindern. Den Einsatz eines künstlichen Kniegelenks versuchen wir so lange wie möglich hinauszuzögern. Möglich sind je nach Art der Beschwerden folgende konservative Maßnahmen, um Knieschmerzen zu behandeln:
Daneben gibt es operative Verfahren der orthopädischen Chirurgie, die helfen können, zum Beispiel eine Korrektur von Fehlstellungen.
Bei schwerer Gelenkabnutzung mit ständigen Schmerzen kann ein Implantat erforderlich werden. Der Zeitpunkt ist dann gekommen, die Kniearthrose einen zu großen Leidensdruck verursacht.
Das Ziel eines künstlichen Kniegelenks ist die Schmerzfreiheit bei möglichst wenig Mobilitätseinschränkung. Je nach Typ ermöglichen moderne Kniegelenkprothesen eine sehr gute Beweglichkeit. Gegenüber dem natürlichen Kniegelenk gibt es zwar Einschränkungen. Die Aussicht auf ein Ende der ständigen Knieschmerzen macht das jedoch mehr als wett. In Deutschland werden jährlich um die 100.000 Knieprothesen implantiert.
Das Kniegelenk ist komplexer als zum Beispiel das Hüftgelenk. Die Anforderungen an die Beweglichkeit sind beim Kniegelenk größer, Bänderapparat und Beinachse bedeuten zusätzliche Herausforderungen. Auf Kniegelenkersatz spezialisierte Operateure müssen daher viel Erfahrung mitbringen.
In einigen Fällen können auch beide Kniegelenke durch eine Prothese ersetzt werden. Das kann gleichzeitig (im Rahmen einer bilateralen Kniearthroplastik) oder zeitlich versetzt geschehen.
Wird ein künstliches Kniegelenk erforderlich, möchte man von Knorpel, Knochen und Bändern so viel wie möglich erhalten. Diese Anforderung entscheidet mit über die Auswahl der Prothese. Je nach Abnutzungsgrad bzw. Verschleiß des Gelenkknorpels können verschiedene Arten von Knieprothesen zum Einsatz kommen: die Teilprothese, die Totalendoprothese oder gegebenenfalls auch Small Implants.”
Ist der Gelenkknorpel nur zum Teil verschlissen, kann man häufig mit einem Teilgelenkersatz arbeiten. Eine solche Knieprothese wird auch als Schlittenprothese oder Hemischlitten bezeichnet. Hier geht durch die Operation nicht so viel Knochensubstanz verloren: Eine der beiden Gleitrollen (Kondylen) des Oberschenkelknochens bleibt gewöhnlich unversehrt und nur der andere Teil wird mit einem Implantat überkront. Für den Einsatz einer Schlittenprothese gilt in der Regel die Voraussetzung, dass das vordere Kreuzband intakt sein muss. Das unterstützt nach der Operation ein besseres Gelenkgefühl. Durch Einsatz einer Knie-Teilprothese lässt sich die Totalendoprothese (TEP) oft um viele Jahre hinauszögern.
Bei Abnutzung des Gelenkknorpels in allen Bereichen des Kniegelenkes ist eine Totalendoprothese erforderlich. Eine solche Knie-TEP findet bei den weitaus meisten Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Gonarthrose Verwendung. Das künstliche Kniegelenk besteht aus mehreren Elementen, die wie folgt eingesetzt werden:
Die Seitenbänder können bei einer Knie-TEP prinzipiell erhalten bleiben. Je nach Zustand besteht die Möglichkeit, auch die natürliche Kniescheibe zu erhalten.
Sind Kreuzband und Seitenbänder nicht mehr funktionstüchtig, kann eine sogenannte gekoppelte Knieprothese Verwendung finden.
In Einzelfällen kommen auch Prothesen zum Einsatz, die nur das Kniescheiben-Rückflächengelenk ersetzen. Häufig durch Fehlstellungen der Kniescheibe bedingte, isolierte Verschleißerscheinungen unterhalb der Kniescheibe können so, unter Erhalt der anderen Gelenkanteile, ideal versorgt werden. Der Einbau einer vollständigen Knie-TEP kann somit vermieden werden. Die private LILIUM Klinik gehört zu den wenigen Kliniken in Deutschland, wo diese Operationen angeboten werden. Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf und lassen Sie sich beraten, ob diese Art der Knieprothese bei Ihnen möglich ist!
Ober- und Unterschenkelkomponenten der Knieprothese bilden gegeneinander bewegliche Reibungsflächen. Eine moderne Knieprothese nutzt eine Gleitpaarung aus einer Metalllegierung und einem hochvernetzten Kunststoff. Erfahrungsgemäß sorgt das für hervorragende Gleiteigenschaften und den besten Kompromiss aus Elastizität und der Vermeidung von Abrieb. Für die Metallkomponenten findet entweder eine Legierung aus Chrom, Kobalt und Molybdän Verwendung oder eine Metallkeramik, das sogenannte „Oxinium
Titan, das für Hüftprothesen gern verwendet wird, kommt am Knie kaum zum Einsatz. In diesem sehr anspruchsvollen Gelenk ist eine höhere Elastizität der Metallkomponenten gefragt. Oxinium bietet in dieser Hinsicht noch bessere Eigenschaften als die häufig gewählten Chrom-Kobalt-Molybdän-Verbindungen. Das innovative Material besteht aus dem Metall Zirkonium mit einer geringen Beimischung von Niob. Durch einen speziellen Oxidationsprozess lässt sich Oxinium mit keramischen Oberflächen versehen.
Oxinium-Implantate weisen angesichts der täglichen Belastungen, denen das künstliche Kniegelenk ausgesetzt ist, eine höhere Beständigkeit auf als andere Materialien. Aufgrund der keramischen Oberflächen sind die Gleiteigenschaften ausgezeichnet. Wegen des verschwindend geringen Nickelanteils eignet sich Oxinium auch für Nickelallergiker. An der LILIUM Klinik bieten wir Ihnen Oxinium-Prothesen auf Wunsch an.
Es gibt Kniegelenk-Implantate in verschiedenen Größen und Ausführungen, um der Anatomie jeder Patientin und jedes Patienten gerecht zu werden. Sogar maßgeschneiderte Prothesen sind möglich.
Zur Anfertigung der Schnittblöcke wird im Vorfeld des Eingriffs eine Kernspintomographie vorgenommen. Anhand der Daten berechnet die Software die genaue Größe, die Positionierung und die Ausrichtung des Kniegelenks sowie der Beinachse.
Die Implantation der Knie-TEP erfolgt unter Vollnarkose oder Spinalanästhesie. Bei Letzterer wird nur die untere Körperhälfte betäubt. Die Patientin oder der Patient befindet sich während der Operation in einem Dämmerschlaf und bekommt, wenn gewünscht, von der OP nichts mit.
Der Zugang zum Kniegelenk erfolgt über einen Hautschnitt in der Mitte des Gelenkes. Die von der Arthrose betroffenen Partien des Gelenkknorpels und der Knochen werden zunächst abgetragen. Das Einsetzen der Knie-TEP kann je nach individueller Situation auf verschiedene Weise erfolgen.
Der Eingriff dauert gewöhnlich etwas über eine Stunde.
Üblicherweise bleiben Sie als Patientin oder Patient nach der Knie-TEP-Operation 3 bis 4 Nächte in unserer Klinik. Am Tag der OP stehen Sie mit Hilfe unserer Physiotherapeuten bereits auf. In den folgenden Tagen machen Sie mit physiotherapeutischer Hilfe Übungen für die Verbesserung der Beweglichkeit. Sie lernen, sich vorerst mit Unterarmgehstöcken fortzubewegen. Bei Entlassung aus der Klinik sollte Treppensteigen mit Gehhilfen wieder möglich sein.
Es schließt sich entweder eine ambulante oder eine stationäre Reha an, die gewöhnlich 3 bis 4 Wochen dauert. Mindestens in den ersten 6 Wochen müssen Patientinnen und Patienten am Gelenk noch mit Schmerzen rechnen. Diese gehen gewöhnlich nach und nach zurück. Wiederkehrende Beschwerden sind auch in den ersten Monaten nach der Operation nicht ungewöhnlich.
Wann Sie nach einer Knie-TEP wieder arbeiten können, hängt von der Art Ihrer Tätigkeit ab. Im Sitzen können Sie üblicherweise nach 6 Wochen wieder arbeiten. Bestimmte Tätigkeiten können Sie mit einer Knie-TEP nicht mehr ausüben (z.B. Gerüst- oder Straßenbauarbeiten). Eventuell ist eine berufliche Umorientierung ratsam. Ihr Chirurg berät Sie dazu im Vorfeld individuell.
Nicht selten ist auch nach der Knieoperation eine Beugung von 120 Grad möglich. Allerdings ist es den meisten Patientinnen und Patienten infolge der Implantation nicht mehr möglich, sich problemlos niederzuknien. Falls Sie Übergewicht aufweisen, ist es ratsam, einen Gewichtsverlust anzustreben. Dies kann die Lebensdauer Ihrer Knie-TEP erhöhen.
Sie sollten das künstliche Gelenk nicht unnötig durch übermäßigen Sport oder Arbeit überbelasten. Andernfalls könnte es zu einem erhöhten Abrieb der Komponenten und damit zu einem erhöhten Lockerungsrisiko kommen.
Auf den gesundheitsfördernden Effekt regelmäßiger sportlicher Betätigung sollten Sie auch mit künstlichem Kniegelenk nicht verzichten. Maßvollen Sport dürfen Sie etwa 3 Monate nach der OP wieder ausüben. Empfehlenswert sind gelenkschonende Sportarten wie zum Beispiel Radfahren, Nordic Walking, Wandern, Schwimmen, Gymnastik, Yoga oder leichtes Krafttraining. Kontaktsportarten und solche mit hohem Verletzungsrisiko sind nicht uneingeschränkt zu empfehlen.
Eine Knie-Tep-OP bringt die üblichen Risiken einer mittelschweren OP mit sich wie zum Beispiel Infektionen, Thrombose, übermäßige Narbenbildung oder Nachblutungen. Spezifische Nebenwirkungen können eine Arthrofibrose (eine entzündliche Narbenwucherung), eine Prothesenlockerung, eine septische Lockerung der Implantate aufgrund von bakterieller Besiedlung oder ein Knochenabbau durch Kunststoffabrieb sein. Im Vorfeld werden Sie von unseren Endoprothetik-Spezialisten ausführlich darüber aufgeklärt.



